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Kerstin Flake

bent angles

6.4.– 14.6.19

In der künstlerischen Arbeit von Kerstin Flake geht es weniger um das bloße fotografische Bild als vielmehr um ein bewusstes Spiel mit Erwartungshaltungen. Der langwierige Arbeitsprozess beginnt dafür im analogen Raum: Flake spürt zunächst Orte und Gegenstände auf, deren Geschichte in sichtbaren Spuren gespeichert ist, die jedoch von ihr in eine neue räumliche Beziehung zueinander gebracht werden. Alltäglichen Gegenständen verleiht sie dabei etwas Skulpturales. Damit befreit die Künstlerin die Dinge von deren ursprünglicher Funktion. Ungewohnt dynamisch und präzise im analogen Raum inszeniert, lassen die Dinge an einen bizarren Spuk denken: Regenschirme, Stühle, Tüten und Autofelgen beginnen zu schweben, Tische strecken ihre Beine in den Raum, ein aufgerolltes Stromkabel reckt sich schlangenhaft in die Höhe. Die filigranen temporären Rauminstallationen werden mit der Kamera ins zweidimensionale Bild übersetzt. In diesen durchkomponierten »Portraits« gewinnen die Objekte ein animiertes Eigenleben und erzeugen eine Wirklichkeit, in der physikalische Gesetze keine Rolle mehr spielen.